Betrifft Aktion 3
Deutsche verwerten jüdische Nachbarn

Wanderausstellung mit Dokumenten zur Arisierung

Die Ausstellung ”Aktion 3: "Deutsche verwerten jüdische Nachbarn” dokumentiert erstmals Unterlagen deutscher Finanzbehörden über das Kaufinteresse der NS-Deutschen an jüdischem ”Nachlaß”. Aus den vorgelegten Dokumenten entwickelt sich das Bild einer regelrechten ”Schnäppchenjagd” der Volksgemeinschaft auf das jüdische Eigentum. Der Nachfrage nach jüdischem Eigentum konnte bei weitem nicht nachgekommen werden, es kam zu Klagen seitens der mit der ”Arisierung” betrauten Finanzämter, es werde durch den Massenandrang der Dienstbetrieb gestört. Zweck dieser Ausstellung ist es u.a., auf diesen massenhaften Charakter der Arisierungen hinzuweisen: Die Mehrheit hätte mitgetan, wäre sie dazu in der Lage gewesen.

Die Ausstellung und die in Buchform vorliegende kommentierte Dokumentation erschließen der Öffentlichkeit bisher nicht zugängliche Quellen. Die Dokumente gehören zu noch immer gesperrten Archivbeständen aus der Oberfinanzdirektion in Köln. Es ist davon auszugehen, dass ähnliche Aktenbestände in den Archiven vieler Finanzbehörden lagern. Die Ausstellung macht deutlich, dass es neben der brutalen Menschenverachtung der Konzentrationslager eine auf gesetzlicher Grundlage beruhende, ordnungsgemäße und nach den jeweiligen Verwaltungs- und Durchführungsverordnungen völlig legale Barbarei gegeben hat, die von breiten Kreisen der Bevölkerung mitgetragen wurde (…mehr)

Bisherige Stationen der Ausstellung:
Stadtmuseum
Düsseldorf, Dominikanerkloster Braunschweig, Fachhochschule Würzburg, EL-DE-Haus Köln, Weinschlößchen Freiburg, Rathaus Berlin-Kreuzberg, Israelische Synagogengemeinde Adass Jisroel Berlin, Brüderkirche Kassel, Landtag Potsdam, Nürnberg, Finanzamt Sachsenhausen, Wuppertal Rathaus Gallerie / VHS Barmen, Wuppertal, Bremen, Stuttgart, Berlin, Schwäbisch Hall, Landtag Erfurt, Chemnitz, Potsdam, Prora / Rügen, Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, Berlin, Dresden...

-Aktion 3

-ex-oriente

-Spuren der Vergangenheit

-Kunstpädag. Begleitprogramm