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Die extreme Rechte nach der Schweizer Anti-Minarett-Abstimmung Nach der Schweizer Anti-Minarett-Abstimmung: "Schrille, kulturkämpferisch aufgeladene Islamfeindlichkeit"
Ein Beitrag im "Netz gegen Nazis"
Nach der Schweizer Anti-Minarett-Abstimmung: "Schrille, kulturkämpferisch aufgeladene Islamfeindlichkeit"
57 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer stimmten für ein Neubauverbot von Minaretten. netz-gegen-nazis.de wollte von Alexander Häusler von der Arbeitsstelle Neonazismus der FH Düsseldorf wissen: Wie gefährlich ist es für das gesellschaftliche Klima, wenn sich jetzt Rechtsaußen-Parteien in Islamfeindschaft zu überbieten versuchen?
Alexander Häusler ist Rechtsextremismusforscher an der Arbeitsstelle Neonazismus der FH Düsseldorf. Er ist Herausgeber des Buches "Rechtspopulismus als Bürgerbewegung. Kampagnen gegen Islam und Moscheebau und kommunale Gegenstrategien". Interview: Simone Rafael.
Nach der Minarettbauverbots-Volksabstimmung in der Schweiz ist die deutsche Rechtsaußen-Szene ganz aus dem Häuschen und balgt sich darum, das Thema zu besetzen. Wem wird es gelingen? Und wer wäre gesamtgesellschaftlich am fatalsten?
Für die rechtspopulistisch modernisierte extreme Rechte in Europa hat diese Volksabstimmung "Vorbildcharakter" - von Italien über Österreich bis in die Niederlande wurden Stimmen zur Nachahmung laut. Hierzulande ringen alle Rechtsaußenparteien um propagandistische Vorherrschaft auf das Angstthema Islamismus: Sowohl die NPD, die DVU als auch die REPs fahren Kampagnen gegen Moscheebau.
In Nordrhein-Westfalen versucht sich die extrem rechte "Bürgerbewegung pro Köln" gar populistisch als "die Anti-Islam-Partei" von Rechts zu inszenieren und damit landes- und bundesweit unter dem Label "pro" zu expandieren. REPs und PROs ringen dabei um europäischen Anschluss an die bislang noch wesentlich erfolgreicher modernisierten Rechtsaußenparteien in Belgien und Österreich. Mit dem kürzlich vollzogenen demonstrativen Eintritt des schweizerischen SVP-Funktionärs Andreas Glarner bei "pro Köln" erhält die "PRO"-Bewegung propagandistischen Auftrieb bei ihrem Versuch, den islamfeindlichen Populismus der SVP zu importieren.
Während die NPD als bislang noch stärkste Partei der deutschen extremen Rechten offen antisemitisch, rassistisch und moslemfeindlich auftritt, versuchen REPs und PROs, allzu offenen Antisemitismus zu vermeiden und ihren Rassismus auf die Moslemfeindlichkeit zu fokussieren. Sie folgen damit dem Beispiel wesentlich erfolgreicheren Rechtsaußenparteien in Europa, die erkannt haben, dass mit dem neuen Kulturrassismus mehr Stimmen einzufangen sind.
Welche Rechtsaußen-Argumente sind besonders anschlussfähig an die "Mehrheitsgesellschaft"?
Das Schlagwort der "Islamisierung" als Synonym für kulturelle und religiöse "Überfremdung" steht im Zentrum des neuen Rassismus von Rechtsaußen. Die unsachliche pauschale Gleichsetzung von Religionszugehörigkeit mit dem Fundamentalismus und der Zuwanderungsfrage kennzeichnet dieses neuen, kulturreligiös überformten Rassismus. Eine ideale Projektionsfläche findet er in populistischen Kampagnen gegen Minarette und Moscheebauvorhaben. Reale unterschiedliche Probleme wie politischer Islamismus, integrations- und bildungspolitische Defizite und ethnisch-soziale Segregation in Sozialräumen werden dabei zu argumentativer Munition eines kulturkämpferischen Populismus benutzt. Sie bieten einen gefährlichen Anknüpfungspunkt für öffentlich breit akzeptierte Kulturkampfparolen auf Kosten des interkulturellen Friedens und der muslimischen Zugewanderten. Damit droht die Moslemfeindlichkeit zu einem propagandistischen Transformator neuer Verbindungslinien zwischen der extremen und der demokratischen Rechten zu werden.
Wie können Sie entkräftet werden?
Zunächst muss mit der Mär der schleichenden Islamisierung aufgeräumt werden. In Wirklichkeit haben wir es seit Jahren mit dem Gegenteil - einer schrillen kulturkämpferisch aufgeladenen Islamfeindlichkeit - zu tun. In Politik und Medien darf nicht unhinterfragt die von Rechtsaußen inszenierte Kampfparole der "schleichenden Islamisierung" übernommen werden. Denn auch mit Begriffen wird Politik gemacht: Wenn Online-Umfragen unhinterfragt mit Begriffen wie Islamisierung und Überfremdung operieren, wird der Kulturrassismus von Rechtsaußen hoffähig gemacht. Das bedeutet schließlich nicht, dass reale Probleme nicht benannt werden sollen - im Gegenteil! Doch gerade hierbei ist Differenzierungsvermögen gefragt und kein Alarmismus auf Kosten von Schwächeren und Minderheiten. Zugleich sollten mehr die Bereicherungen unserer Einwanderungsgesellschaft in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt werden - und zwar auf kultureller wie auf sozialer und ökonomischer Ebene. Schließlich frönen wir heutzutage nicht mehr als monoethnische Stammeshorden in hintlerwäldlerischen Wehrdörfern religiösen Ritualen, sondern genießen vielmehr zivilisatorische Vorzüge der säkularisierten und globalisierten Welt! Dazu bedarf es einer energischen Abrüstung der moralisch aufgerüsteten Kultur- und Glaubenskämpfer in Politik und Medien.
Als Ausdruck von was sehen Sie das Ergebnis der Schweizer Abstimmung? Ist das Islamfeindlichkeit?
Hier ist zu differenzieren: Die maßgeblich von der SVP inszenierte Kampagne ist eindeutig kulturrassistisch aufgeladen gewesen. Die SVP ist schon vorher mit Kampagnen in den Wahlkampf gezogen, die offen rassistisch waren. Mit der Verknüpfung der Minarettfrage mit diffusen Ängsten vor "Überfremdung" und plakativen Inszenierungen von Kulturkampf konnte in der Schweiz gepunktet werden. Anderseits gibt es auch berechtigte Vorbehalte gegen fundamentalistische Bestrebungen in muslimischen Communities. Zudem ist nicht jeder, der Vorbehalte gegen Minarette und Moscheebauvorhaben hat, automatisch ein Rassist.
Real stellen jedoch nicht die vier existenten Minarette in der Schweiz das zentrale Problem der kulturellen Integrationsfähigkeit dar, sondern aktuell vielmehr der nationale Rechtspopulismus. Diese Probleme müssen offensiv benannt werden. Hierzu müssen die gesellschaftlichen Ursachen für Erfolge rechtspopulistischer Kampagnen thematisiert werden: soziale und ökonomische Destabilisierung, fehlende demokratische Integrationspotentiale, soziale Ausgrenzungen, verfehlte Politik und die Krise demokratischer Repräsentation im europäischen Rahmen.
Link zum Beitrag:
netz-gegen-nazis
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Neuerscheinung Hrsg.: Häusler, Alexander
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Wissenswertes zum rechtspopulistischen "Anti-Islamismierungskongress" 20. September 2008 in Köln
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"Russlanddeutsche in der NPD" Beitrag in WDR WESTPOL vom 17.08.2008
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Collegium Humanum verboten ZDF "Heute Journal" v. 07.05.2008
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Neonazis entdecken Heinsberg Neonazis versuchen, sich an die Spitze einer populistischen Eskalationsschraube im Umgang mit einem Sexualstraftäter zu stellen.
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2,5 Millionen Euro Strafe wegen Fehler im Rechenschaftsbericht 2007
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Neonazi-Überfall auf Dortmunder DGB-Demonstration Rechte Straftaten auf Vormarsch - MEDIATHEK regional - WDR.de
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NPD buhlt um Stimmen von Russlanddeutschen Der Spiegel v. 21.09.2009
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3sat-Kuturzeit. Hintergrundbericht zum "Anti-Islamisierungskongress" in Köln Duell der Lautsprecherchöre
Ein Bericht v. 11.05.2009
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Welt am Sonntag über "pro Köln/NRW" Außen Bürger, innen braun?
Von Frank Überall 3. Mai 2009,
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Juso-Magazin NRW 1/2009 Rechtsextremismus in NRW
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Appell gegen rassistischen Populismus Integrationsräte in NRW wenden sich mit einem Appell gegen Rassismus im Wahlkampf an die Öffentlichkeit.
Initiatoren dieses Appells sind die Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Migrantenvertretungen in Nordrhein-Westfalen LAGA NRW), der Migrationsrat der Stadt Oberhausen, die Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln (ibs) und die Arbeitsstelle Neonazismus an der Fachhochschule Düsseldorf.
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WDR 5 Redezeit Stimmungsmache von rechts (Sendung v. 11.8.2009)
Selbsternannte Bürgerbewegung "Pro NRW" will bei Kommunalwahlen punkten
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Fallstricke der Minarettdebatten vor den Landtagswahlen in NRW Appell gegen rassistischen Populismus im Landtagswahlkampf
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Wandel der Feindbilder? Israel-Fahnen bei Demonstrationen der extremen Rechten und Verweise auf “christlich-jüdische Wurzeln” in deren Pamphleten werfen die Frage auf: Findet in Teilen der extremen Rechten ein Wandel der Feindbilder statt?
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Geldregen für pro NRW westpol
Sonntag, 24. Januar 2010
Der schwedische Millionär Patrik Brinkmann will die rechtspopulistische Bewegung Pro NRW mit viel Geld unterstützen. In Köln reiben sich die Rechten bereits die Hände. Mit der Hilfe des reichen Schweden wollen sie ein Anti-Islamisierungszemtrum gründen und suchen bereits nach geeigneten Immobilien. Verfassungsschützer und Rechtsextremismusexperten sehen die Entwicklungen mit Sorge.
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NPD macht auf Rechtspopulismus Die eigentlich klassisch neonazistische Partei NPD springt auf den Trend Islamisierung auf.
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Rücktritt von Hendrik Wüst nach Sponsoring-Affäre SAT 1 NRW
Beitrag vom 22.02.2010
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Pro NRW plant angeblich Häuserkauf neben Moschee in Duisburg-Marxloh Der angeblich geplante Häuserkauf der Rechtspopulisten entpuppt sich als Wahlkampfinszenierung.
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Sendung MONITOR zu "pro NRW" Monitor Nr. 603 vom 25.02.2010:
„pro NRW“: Bürgerbewegung im braunen Sumpf
Beitrag und Interview
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"Ein Wahlerfolg mit Sogwirkung" tagesschau-Interview zum Wahlerfolg der Rechtspopulisten in den Niederlanden und deren Auswirkungen auf Deutschland
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Neue Informationsbroschüre zu "pro NRW" Die Arbeitsstelle Neonazismus hat im Auftrag des AK Ruhr und der LAGA NRW eine aktualisierte Neufassung der Expertise "Rechtspopulismus in Gestalt einer Bürgerbewegung" erstellt
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SWR2 Kontext: Pro-Bewegungen in Deutschland
von Andrea Beer
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Objektiv und einwandfrei? Aktuelle Stunde:
pro-Nrw-Landtagskandidat bei CDU-Veranstaltung.
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Rechtspopulisten werben um Zustimmung Eine Reportage über pro NRW vor der Landtagswahl
von Udo Frank
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Hetzer gegen den Islam - mit Tarnkappe Beitrag in der Süddeutschen Zeitung über die neue Informationsbroschüre der Arbeitsstelle Neonazismus
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Neue LAGA-Broschüre zu Ratsarbeit von "pro Köln" Die Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Migrantenvertretungen in NRW, LAGA NRW, hat eine Untersuchung zur Ratsarbeit von "pro Köln" veröffentlicht.
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Lippische Zeitung über "pro NRW" Interview mit Mitarbeiter der Arbeitsstelle Neonazismus
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Expertise zu den NRW-Landtagswahlen 2010 Expertise zu Rechtsaußenparteien vor den Landtagswahlen in NRW
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Das Gespenst des Populismus Landeszeitung v. 18. Juni 2010: Hintergrundgespräch
www.landeszeitung.de
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"Von der Vergangenheit emanzipieren..." ZAG. Antirassistische Zeitschrift #56, Frühjahr 2010.
Schwerpunkt: Islambilder
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Neonazis im Kreis Unna Der Westen v. 07.07.2010
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"pro Mainz" "Republikaner" im Schafspelz
Ein Beitrag von Marcel Pauly im Blog "störungsmelder"
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Demonstrationen gegen "Pro Deutschland" TV-Beitrag
3Sat/Kulturzeit v. 19.07.2010
"Fremdenhass, Rassismus und Sozialdarwinismus haben in Berlin keinen Platz", hatte Bürgermeister Klaus Wowereit bereits im Vorfeld der Veranstaltung erklärt.
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DVU vor dem Aus Ein Beitrag von Johann Osel in der Süddeutschen Zeitung v. 02.08.2010, 13:49
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Storch Heinar vs. Thor Steinar Der Storch gewinnt den "Nürnberger Markenprozess" gegen Thor Steinar.
Ein ZDF-Bericht zum Gerichtsprozess von Toralf Brakutt
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Zuckerguss über Arnstadt Freies Wort v. 20.08.2010
Eine Skizze über den rechtspopulistischen Hindergrund der Pro-Bewegungen zeichnete Alexander Häusler nicht zufällig in Arnstadt.
Von Marina Hube
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Thilo Sarrazin Ruf nach dem "Retter des Abendlandes"
Frankfurter Rundschau online v. 29.08.2010
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Die Rechte hofft
Ist Sarrazin der deutsche Jörg Haider?
Von den news.de-Redakteuren Denise Peikert und Jens Kiffmeier
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